Einer der vielen um das Jahr 1900 in Gröbzig ansässigen Handwerker war der am 22. April 1868 geborene Uhrmacher Christian Friedrich Eilfeld. Schon in jungen Jahren beschäftigte er sich mit der Mechanik. In seinem Geschäft in der Gröbziger Holzhausenstraße reparierte er nicht nur Uhren, sondern auch Fahrräder, Nähmaschinen und andere mechanisch angetriebene Geräte wie zum Beispiel Grammophone. Nach einem Gespräch mit einem Direktor des Sächsischer Kunstseidewerkes Elsterberg beschäftigt sich Eilfeld intensiver mit Versuchen, Kleinstwohnungen in Metalle einzubringen. Schließlich gelang ihm im Jahr 1908 die Herstellung der ersten Metallspinndüse der Welt für die Herstellung von künstlichen Fasern. Am 30. Juni 1909 erhielt er vom Kaiserlichen Patentamt sein erstes Patent auf diese Spinndüse. Ab 19010 fertigte Eilfeld in Gröbzig mit wenigen Helfern Spinndüsen nach dem Prinzip der Materialverdrängung anfangs nur für das Sächsische Kunstseidenwerk Elsterberg. Die Kunde von der ersten Metallspinndüse eilte aber schnell in die Welt hinaus, und es kamen bald Anfragen und Aufträge nicht nur aus dem Inland. Aus der kleinen Uhrmacherwerkstatt wurde eine Manufaktur zur Herstellung von Spinndüsen. Aus dem Handwerksmeister wird Produzent. Als das Geschäftshaus aus allen Nähten zu platzen drohte, kaufte der Spinndüsenerfinder ein Haus mit Scheune in der Halleschen Straße 49 und schuf so die baulichen Voraussetzungen zum Aufbau einer Produktionsstätte für Spinndüsen. Bis zum heutigen Tag werden an diesem Standort Spinndüsen für die Chemiefaserindustrie hergestellt. |